Tracking-Systeme für Leihwagen: Praktisch oder illegal?

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Das Verleihen von Fortbewegungsmitteln ist ein profitables Geschäft – egal, ob es sich dabei um Schiffe, Trucks oder Leihwagen für Privatpersonen handelt. Auf der anderen Seite sind mit der Anschaffung einige Risiken verbunden: Wenn ein Gefährt für 50.000 CHF nicht zurückgegeben und stattdessen auf dem Schwarzmarkt verkauft wird, klafft in der Firmenkasse ein gewaltiges Loch.

Um dieses Szenario zu vermeiden, gehen immer mehr Unternehmen dazu über, ihre Leihwagen mit einem GPS-Signalgeber auszustatten. Diese Technologie ermöglicht eine weltweite Überwachung und verhindert, dass die Autos in falsche Hände geraten. Auch eine Nutzung ausserhalb der durch den Mietvertrag abgedeckten Regionen kann auf diese Weise vermieden werden.

Abschaltung des Motors durch den Verleiher

Einige GPS-Geräte für Leihwagen erlauben das Errichten sogenannter Geofences. Der zuständige Angestellte der Autovermietung programmiert das System so, dass beim Verlassen der vereinbarten Zone ein Alarm ausgelöst wird. Es ist sogar möglich, das Gerät so zu konfigurieren, dass sich die Türen nicht mehr öffnen lassen. Eine weitere Funktion ist das komplette Abschalten der Bordsysteme und des Motors. Der Dieb kann in diesem Fall das Fahrzeug nicht starten, da nur der Angestellte im Büro des Verleihers über den richtigen Zugangscode verfügt.

450 Dollar Strafe für zu schnelles Fahren

In Ländern wie Deutschland, Spanien oder Italien ist alleine die Polizei für die Überwachung des Strassenverkehrs zuständig. Bei einer Geschwindigkeitsübertretung wird der Halter des Fahrzeugs zur Kasse gebeten. In den USA hat es jüngst einen Fall gegeben, der landesweit für Aufsehen sorgte: James Turner, ein unbescholtener Bürger, erhielt von seinem Autovermieter eine Rechnung von 450 Dollar. Nicht etwa, weil er den Leihwagen nicht innerhalb der vereinbarten Mietdauer zurückgegeben hätte – er war angeblich drei Mal zu schnell gefahren. Die Firma aus New Haven /Connecticut schlägt bei jeder Übertretung 150 Dollar auf den Mietpreis auf.

Das Unglaubliche daran ist, dass Turner von all dem nichts wusste. Zwar unterschrieb er den Mietvertrag – dieser war jedoch so formuliert, dass Nicht-Juristen ihn nicht verstehen konnten. Er sieht das Vorgehen der Leihwagen-Firma als Verletzung seiner Privatsphäre an. Das Unternehmen übernehme ungefragt die Funktion der Verkehrspolizei, so Turner in einem Interview. Zudem sei er keineswegs zu schnell gefahren, sondern habe sich dem Verkehrsfluss angepasst. Er sei weder von der Polizei angehalten worden, noch habe er die jeweiligen Geschwindigkeitsbeschränkungen zu irgendeinem Zeitpunkt überschritten.

Zum Glück herrschen in Europa andere Verhältnisse als in den Vereinigten Staaten: Wer über Websites wie billige-mietwagen.ch einen Leihwagen reserviert, muss nicht befürchten, dass Geschwindigkeitsübertretungen durch den Vermieter geahndet werden. Es bleibt zu hoffen, dass es innerhalb der Europäischen Union schon bald gesetzliche Regelungen geben wird, die das Abkassieren von Kunden verhindern und Zuwiderhandlungen mit Strafen belegen.

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