GPS-Uhren: Lauftrainer fürs Handgelenk

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Das satellitengestützte Global Positioning System (GPS) ist seit mehr als zehn Jahren der Standard bei der Positionsbestimmung von Objekten und Personen. Das System wurde in den 70er- und 80er Jahren vom amerikanischen Verteidigungsministerium entwickelt und ist seit Mitte der 90er Jahre voll funktionsfähig. Mittlerweile ist in jedem Mobiltelefon ein GPS-Sender verbaut. Auch Helikopter und Schiffe nutzen GPS, um zu navigieren und ihre Geschwindigkeit zu bestimmen. Wer einen Flug mit einem Helikopter unternimmt, entdeckt unter den zahlreichen Geräten an Bord auch ein GPS-Gerät, das dem Piloten den Weg weist.

Auch im Sportbereich hat die GPS-Technologie schon vor längerer Zeit Einzug gehalten. Jogger in aller Welt nutzen GPS-Uhren, die eine Vielzahl von Aufgaben erfüllen. Neben der Positionsbestimmung lässt sich mit den Geräten die aktuelle Geschwindigkeit und Schrittfrequenz messen. Wer befürchtet, dass GPS-Uhren aussehen wie kleine Notebooks, irrt sich: Aktuelle Modelle präsentieren sich kompakt und haben den Empfänger mitsamt der dazugehörigen Antenne fest eingebaut.

Die Signalortung dauert bis zu drei Minuten

Die Ortung des Signals dauert bei den meisten Geräten 30 bis 60 Sekunden. Einige Uhren benötigen jedoch zwei bis drei Minuten, um eine Verbindung mit dem nächsten Satelliten herzustellen. Modelle des Herstellers Timex sind in dieser Hinsicht eher träge. Zu den schnelleren Uhren gehören die Nike+ Sportwatch und die Suunto Ambit 2. Die Ortungsgeschwindigkeit von GPS-Geräten ist im Freizeitbereich allerdings von untergeordneter Bedeutung, da man es in der Regel nicht eilig hat. Im professionellen Einsatz sieht die Sache anders aus: Ein Helikopter, der orientierungslos durch die Luft fliegt, ist eine Gefahr für den gesamten Luftverkehr.

Die Ortsgenauigkeit liegt bei GPS-Uhren normalerweise in der Größenordnung von 5 bis 10 Metern. Im ungünstigsten Fall kann sich die Messungenauigkeit bis auf 20 Meter ausdehnen. Die Resultate werden durch spezielle Algorithmen korrigiert. Bei der Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt die Abweichung dagegen nur 3 bis 5 Prozent. Am genauesten arbeiten die Modelle Polar RC3 GPS und Forerunner 610.

Die GPS-Uhr als Coach

Aktuelle GPS-Uhren werden häufig mit einem Brustgurt ausgeliefert. Der Sportler gibt Minimal- und Maximalwerte der Herzfrequenz in das Gerät ein. Weicht er beim Laufen davon ab, erfolgt eine Warnung per Vibrations- oder Alarmton. Nach der Trainingseinheit können ausführliche Herzfrequenzanalysen und und individuelle Belastungszonen erstellt werden. Im Profisport werden GPS-Uhren bereits seit längerer Zeit eingesetzt, um das Training effektiver zu gestalten. Leichtathletik-Stars wie Usain Bolt oder Florence Kiplagat haben vielköpfige Teams hinter sich, die die gewonnenen Daten dazu nutzen, die Leistungsgrenze ihrer Schützlinge immer weiter nach oben zu verschieben.

Zum erweiterten Funktionsumfang von GPS-Uhren gehören ein digitaler Kompass, ein Barometer und ein Höhenmesser. Auch meteorologische Daten wie Luftdruck und -feuchtigkeit können mithilfe der Geräte ermittelt werden. Ein Höhenmesser ist für die Trainingsauswertung ausgesprochen nützlich. Auch für Piloten, die in einem Helikopter unterwegs sind, kann ein Höhenmesser von Vorteil sein: Bei Bedarf können die Werte des Bordgerätes überprüft werden. Wenn das bordeigene System einmal ausfällt, kann eine GPS-Uhr den Helikopter sicher durch den Flugraum geleiten.

 

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